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Ausgabedatum: 09.04.2001 |
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Inhaltlich hat dieses kleine Bändchen weit mehr zu bieten, als sein stakkatoartiger Titel erwarten läßt. Es ist ein idealer Reisebegleiter für den interessierten Indien-Touristen, wenngleich mit 24 DM nicht gerade günstig.
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Inhalt und Beurteilung In acht Kapiteln informieren die Autoren über die jüngeren Entwicklungen ihres Gastlandes unter politischen, religiösen, wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten. Dabei werden die großen Krisen und Zeitfragen der zurückliegenden Dekade wie z.B. der religiöse Gegensatz (Ayodhya), die wirtschaftliche Liberalisierung, neue soziale Bewegungen und die Zersplitterung der parteipolitischen Landschaft untersucht. Einzig das Thema Außenpolitik und die innenpolitischen Konflikte, die eine Bedrohung der staatlichen Integrität darstellen (wie z.B in Kaschmi), bleiben unterbelichtet. Fritz und Kämpchen gelingt es, den Lesern ein differenziertes Bild der schwierigen Modernisierungs- und Anpassungsprozesse zu zeichnen, indem gerade auch die Gründe, Werte und innere Logik der traditionellen Sichtweisen in fairer Weise beschrieben werden. Natürlich finden auch die Ökologie- und die Frauenbewegung Berücksichtigung, nicht jedoch ohne die indischen Eigenheiten zu verschweigen. Viel Anleihen werden bei Sudhir Kakar gemacht, Indiens berühmten Psychoanalytiker, der aber im Ausland möglicherweise ein größeres Echo findet als im eigenen Land. Dennoch ergreifen bei aller behut- und einfühlsamer Sichtweise die Autoren auch Partei, insbesondere in der Kritik am erstarkenden religiösen Fundamentalismus in Gestalt der mittlerweile regierenden BJP. Diese wird mit ihren Strategien des Machterhalts klar als friedens- und toleranzgefährdend im Inneren sowie im Verhältnis zu den Nachbarn erkannt. Eine bigotte Bewegung wie die BJP kann kaum auf Sympathien im Westen hoffen, gerade auch nicht von Vertretern des religiösen Interesses an Indien wie z.B. Martin Kämpchen, der seit vielen Jahren in Indien die gemeinsame spirituelle Erfahrung von Christen und Hindus sucht und davon in einer Reihe von Publikationen Zeugnis abgelegt hat. Die Autoren verstehen es zudem hervorragend, ihren persönlichen Erfahrungsschatz in einzelne Kapitel einfließen zu lassen. Die Innenansichten des Landlebens in Kämpchens Wahlheimat Westbengalen markieren darum einen Höhepunkt (Kap. 5) des Buches, weil es eben nur wenige Berichterstatter gibt, die sich lange und intensiv genug in schwierigen Bedingungen auf die Menschen und ihre Umgebung einlassen. Weniger eine Schwäche als mehr ein Tribut an das Konzept des Buches ist, daß die theoretischen Hintergründe bei einem so komplexen Thema wie Modernisierung zu kurz kommen. Wenn schon nicht im Text, könnte wenigstens der Literaturanhang weiterführende Leseempfehlungen enthalten. (gvo) Info |
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