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Ausgabedatum: 28.12.2003 |
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Inhalt : Es gibt zwei potenzielle Katastrophen im Leben einer indischen Frau - keinen Ehemann zu bekommen und sich damit abfinden zu müssen, dass der Ehemann eine weitere Frau ehelicht. Mit beiden Katastrophen befasst sich "Das geteilte Haus" von Shauna Singh Baldwin. Sadarji, vermögender und einflussreicher Sikh, beschließt nach mehreren Jahren Ehelebens mit Satya eine weitere Frau zu heiraten. Satya, selbstbewusst und eigenwillig, muss sich dieser Entscheidung fügen, denn sie ist bereits 42 und die Ehe kinderlos. Obwohl sie einwilligt, ist Satya dennoch zutiefst gekränkt und nicht Willens, Sadarji der "Neuen" kampflos zu überlassen. Und zunächst scheint es auch so, als sei Satya der Neuen haushoch überlegen, denn Roop, Tochter einer verarmten Sikh-Familie und überaus glücklich, eine solch gute Partie gemacht zu haben, ist nicht nur jung und fruchtbar, sondern auch fügsam. Doch bald schon merkt auch Roop, dass sie um ihre Position in der Familie kämpfen muss, und so ringen schließlich Satya und Roop mit allen Mitteln um Macht und Einfluss. Bewertung: "Das geteilte Haus" ist ein empfehlenswerter und eindrucksvoll geschriebener Roman, in dem zwei Personen, deren Charaktere unterschiedlich nicht sein können, gleichermaßen sensibel beschrieben werden. Er bietet dabei Einblicke in die Facetten einer fremden Kultur und in die Realität des Ehelebens, wie sie hoffentlich im Indien der Gegenwart nicht mehr häufig anzutreffen ist. "Das geteilte Haus" ist darüber hinaus aber auch ein Roman, der - was das erste Drittel des Buches nicht unbedingt vermuten lässt - zudem einen tieferen Einblick in die historischen Entwicklungen des spätkolonialen Indiens gibt und dabei ein besonderes Augenmerk auf eine gesellschaftliche und religiöse Gruppe richtet, die sonst in den Schilderungen des indischen Teilungsprozesses nicht unbedingt im Mittelpunkt steht - die Sikhs. Wer also auch hierüber mehr erfahren möchte, dem sei das Buch ebenso zu empfehlen. Info |
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