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Ausgabedatum: 01.12.2002 |
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Inhalt : Erst im Herbst diesen Jahres hat die Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, ein Buch herausgegeben, das eine bislang sicherlich vorhandene Lücke in der Sachliteratur über Indien schließt: Stangls "Indien", eine Länderkunde, die einen umfassenden Einblick in die Geschichte des indischen Subkontinents und das heutige Indien gibt. Stangl, selbst Professor für Geographie mit dem Arbeitsschwerpunkt Kulturgeographie, Entwicklungsländer und Indien, gibt in seinem Werk einen Überblick über die verschiedenen Aspekte und Wechselbeziehungen des Landes und der starken Gegensätze innerhalb seiner Bevölkerung sowie seiner wirtschaftlichen und sozialen Aspekte. Gut gefällt, dass Stangl seine Kapitel jeweils mit einem Überblick einleitet. Stangls persönlicher Hintergrund als Geograph ist im gesamten Buch unverkennbar und so beschreibt er im ersten Kapitel "Der Naturraum" ausführlich geographische und geologische Gegebenheiten sowie Klima, Böden und Vegetation. Eine Betrachtung Indiens, die zwar vielleicht nicht im vorrangigen Interesse jedes Lesers steht, die aber - so muss man zugeben - in eine Länderkunde hinein gehört und auch dem in diesen Dingen nicht so Interessierten eine neue Sichtweise verschafft und das durchaus in einer gut lesbaren Sprache. In einem nächsten Kapitel befasst sich Stangl mit der Geschichte des indischen Subkontinents, von den frühen Reichen bis zur Teilung. Das Lesen dieses Kapitel gestaltet sich ein wenig zäh und bedarf der Konzentration, denn Stangl beschränkt sich auf die Darstellung von Fakten: Wer hatte wann und wo die Herrschaft inne und wurde aus dieser wieder vertrieben. Ich räume aber ein, dass eine analytischere Betrachtungsweise von Geschichte, die auch deren (Aus-)Wirkungen auf die Gegenwart umfasst, angesichts einer knapp zweitausendjährigen Geschichte auf etwas über zwanzig Seiten wahrscheinlich nicht zu erfüllen ist. Was Stangl hier also nicht optimal gelingt, erfüllt sich dann in den folgenden Kapiteln - Stangl stellt nicht nur jeweils die einzelnen Themen dar, sondern spannt einen Bogen zu den bereits bekannten Aspekten des Subkontinents. So wird zum Beispiel im Rückgriff auf die Geschichte deutlich, warum die territoriale Neugliederung Indiens nicht ohne Schwierigkeiten einher ging und bis heute regionale Konflikte zur Folge hat. Und sicherlich wäre auch die Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie nicht ansatzweise so gut nachvollziehbar, wenn der geographisch-geologische Hintergrund fehlen würde. Eindrucksvoll auch das Kapitel zur Bevölkerung und soziale Strukturen und wirklich hervorragend das Kapitel "Die Städte - Entwicklung und Probleme", in dem Stangl anhand der Stadtentwicklung Ahmadabads, Bangalores, Chandigarhs und Rourkelas die jeweiligen Besonderheiten aber auch Gemeinsamkeiten dieser Städte darstellt. Schade eigentlich nur, dass den Aspekten Wissenschaft und Kultur keine eigenständigen Kapitel eingeräumt werden und diese nur am Rande eingeflochten werden. Fazit: Dennoch: eine lohnenswerte Lektüre für jedermann, der einen fundierten Überblick über Land und Leute erhalten möchte. Info |
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