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Ausgabedatum: 30.07.2003 |
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Die Welt hielt den Atem an, als indische Truppen in den ersten Monaten 2002 an der pakistanischen Grenze aufmarschierten, um in der Folge des Anschlags auf das indische Parlament im Dezember die Handlungsfähigkeit Indiens zu demonstrieren. Weniger als drei Jahre nach dem Kargil-Krieg befanden sich die zwei Nuklearmächte erneut am Abgrund eines Atomkrieges mit unvorstellbaren Konsequenzen. Zu diesem aufwühlenden Thema hat der Doyen der deutschen Indienforschung nun einen kleinen Band beigesteuert, der trotz seiner Kürze nichts zu wünschen übrig lässt und in dieser Form überfällig war. Ohne Weitschweifigkeiten, immer an der Analyse der gegenwärtigen Situation orientiert, vermittelt Rothermund die zum Verständnis des Konfliktes notwendigen historischen Fakten, wobei er die Detaillierung mit zunehmender zeitlicher Nähe steigert. Eindrucksvoll geschieht dies z.B. im Falle der Implikationen der sowjetischen Besetzung Afghanistans für den Kaschmir-Konflikt, durch welche letzten Endes erst das Personal rekrutiert wird, das die enorme Intensivierung des Konfliktes Ende der 80er Jahre erlaubt. Wegweisend sind die Schlusskapitel, die Lösungswege aus dem Konflikt aufzeigen: Auf Basis des Dixon-Planes von 1950 wirbt Rothermund für eine Teilung Kaschmirs, wobei Gilgit und Baltistan Pakistan, Jammu und Ladakh Indien zufallen sollten, und eine etwaige Volksabstimmung nur auf den engeren Bereich des Kaschmirtales zu begrenzen sei. Rothermund macht keinen Hehl daraus, dass er in diesem Streit mit Indien sympathisiert, was aber nicht ausschließt, auf Versäumnisse und Fehler der indischen Seite in der Eskalation der Auseinandersetzung hinzuweisen. Fazit Info |
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