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Ausgabedatum: 07.04.2003 |
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Mit dem Bastei Lübbe Verlag verbinde ich - zugegebenermaßen rein subjektiv, vielleicht voreingenommen und vielleicht gar zu Unrecht - seit jeher "leichte Kost". Große Erwartungen schüren hingegen Beschreibungen oder Titulierungen eines Buches als "Historischer Roman" oder gar "Das große Indien-Epos". So zu Lesen auf der Vor- und Rückseite des soeben in diesem Verlag erschienenen Romans "Die Herrin der Pagoden" von Alan Savage. Inhalt Angelika, die nicht nur Freundin der Fürstin, sondern auch deren Beraterin für alle Lebenslagen wird, entfremdet sich gleichermaßen der britischen Gesellschaft Indiens, die ihr allerdings bereits zuvor skeptisch gegenüber stand. Denn Angelika ist nicht nur gebürtige Preußin, sondern musste zudem aus ihrer Heimat, in der sie mit anderen der Anstiftung einer Revolution bezichtigt wurde, fliehen. Bewertung Gleichwohl: Savage bleibt oberflächlich. So können zum Beispiel die verschiedenen Mosaiksteine der Vergangenheit Angelikas im Laufe der Handlung zusammengeführt werden. Inwiefern diese jedoch maßgeblich für die Entwicklung des Charakters der Protagonistin sind, bleibt hingegen völlig unklar. Und so ist man denn auch versucht zu fragen: Warum musste es denn ausgerechnet die aus ihrer Heimat geflohene Revolutionärin sein? Hätte denn die verwitwete und alleinstehende junge Dame nicht gereicht? Und warum heiratet diese den Hindu der Palastwache, selbst wenn dies vorrangig zum Schutz vor den Gelüsten des befreundeten Moslem-Herrschers geschieht? Auch sprachlich kann das Buch nur bedingt überzeugen. Aus Sicht der Ich-Erzählerin Angelika erzählend, wählt Savage zu Recht einen einfachen Satzbau und berücksichtigt bei der Wortwahl die prüden Denkweisen der europäischen Gesellschaft. Gleichwohl: auch hier ist Savage oberflächlich. Er versäumt es, die einmalige Chance der Ich-Erzählung zu nutzen, nämlich dem Leser einen wirklich tiefen Einblick in die Gedankengänge und in den Charakter des Ich-Erzählers zu geben. Fazit Der Verlag täte sicherlich gut daran, den Klappentext noch einmal zu ändern. Info |
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