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Ausgabedatum: 04.08.2002 |
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Michael Pohly/Khalid Durán - "Nach den Taliban"
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Inhalt : Die "Allianz gegen den Terror" hat ein erstes Etappenziel erreicht: den Sturz des menschenverachtenden Taliban-Regimes. Doch wie geht es nun weiter? Welche politischen Optionen bestehen für Afghanistan, das seit Jahrzehnten nichts anderes kennt als Krieg, Unterdrückung und Armut? Wie läßt sich in dem Land am Hindukusch ein neues Regime etablieren, das dem Land Frieden bringt und eine Rückkehr terroristischer Strukturen ausschließt? Antworten auf diese Fragen will das neue Taschenbuch "Nach den Taliban" von Michael Pohly und Khalid Durán geben. Wer jedoch eine Analyse zukünftiger politischer Szenarien erwartet, wird enttäuscht werden. Denn tatsächlich umfaßt das die Zukunft Afghanistans gewidmete Kapitel gerade mal 16 Seiten. Am ausführlichsten behandelt wird die Frage, wie berechtigt oder unberechtigt die Hoffnungen sind, die in die große Ratsversammlung "Loya Jirga" gesetzt werden. Die Autoren kommen hier zu dem ernüchternden Fazit, dass dieser Große Rat ohne einen zumindest rudimentär ausgebildeten Staat als Instrument für die Zukunft wohl nur wenig taugt. Ähnlich skeptisch wird der Ex-König Zahir Shah beurteilt, der über keine Machtbasis im Land verfüge. Auch die Nordallianz ist nach Meinung der Autoren keine politische Alternative, da sie intern zerstritten sei und lediglich die Interessen der ethnischen Minderheiten vertreten würde. Diese durchaus berechtigten Thesen werden jedoch nicht ausführlich erläutert und diskutiert. Als Hoffnungsträger bezeichnet das Autoren-Duo die Union der freiheitsliebenden Kämpfer Afghanistans. Doch wer verbirgt sich sich hinter dieser Bezeichnung? Hier bleibt das Buch eine Antwort schuldig. Der Schwerpunkt des Buches liegt in der Analyse der "afghanischen Tragödie". Läßt sich die politische Zersplitterung des Landes etwa auf seine geschichtlichen und kulturellen Wurzeln zurückführen? Eine vielversprechende Frage, die im folgenden jedoch nicht ausreichend beantwortet wird. Der historische Rückblick beschränkt sich im wesentlichen auf die Zeit nach dem kommunistischen Putsch im Jahr 1978; die politischen und ethnischen Weichenstellungen früherer Epochen werden vollständig ausgeklammert. Danach folgt eine umfassende Beschreibung der innenpolitische Kräfte des Landes, der Nordallianz und der Taliban. Obwohl dieses Kapitel sehr umfangreich ausfällt, ist der Leser am Ende eher verwirrt als das er einen Einblick in Programm und Struktur der wesentlichen Polit-Akteure bekommt. Dagegen analysieren die Autoren fundiert die geopolitischen Hintergründe des Afghanistan-Konflikts und zeigen auf, wie das Land am Hindukusch zwischen internationalen Machtinteressen aufgerieben wurden. So wären die Einmischungen von außen, teils aus Machtkalkül, teils aus handfesten geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen, seit langem Teil und Motor des Krieges in Afghanistan. Eine besonders unrühmliche Rolle würde dabei Pakistan spielen, das durch gezielte außenpolitische Eingriffe die Entwicklung des Landes negativ beeinflußt hat. Dazu gehört zum Beispiel der systematische Aufbau der Taliban. Fazit: In großen Teilen wirkt "Nach den Taliban" wie Flickwerk und eine Aneinanderreihung von Zeitungsartikeln. Der Titel ist eher irreführend. Das Taschenbuch behandelt weniger die Diskussion der politischen Zukunft als eine Analyse des Bürgerkriegs, wobei viele Fragen unbeantwortet bleiben. Info |
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