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Ausgabedatum: 30.07.2003 |
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Islamische Fundamentalisten mit engen Verbindungen zur Al-Qaida Osama Bin-Ladens sind überall in der Region auf dem Vormarsch. Ihr erklärtes Ziel ist der Sturz der post-kommunistischen Regierungen und die Errichtung eines Gottesstaats. Ob mit militärischen oder friedlichen Mitteln - der Kampf um Zentralasien mit seinen riesigen Bodenschätzen an Öl, Gas, Gold und Silber ist bereits in vollem Gange. Und die Gefahr, dass sich die Unruhen in den fünf zentralasiatischen Republiken - Usbekistan, Kasachastan, Turkmenistan, Tadschikistan und Kirgistan - zu einem größeren regionalen Konflikt ausweiten, ist sehr gross. Davon ist Ahmed Rashid überzeugt und er belegt das kenntnisreich in seinem neuen "Augenöffner". Religiöse Toleranz und Unterdrückung In der Region entstand der Sufismus, eine Form des islamischen Mystizismus, die die unmmittelbare Gemeinschaft mit Gott ebenso predigte wie ein friedliches Zusammenleben mit Nicht-Muslimen. Die heutigen islamischen Bewegungen haben mit diesem toleranten Islam-Verständnis wenig zu tun. Im Gegenteil: sie haben den Dschihad (Heiligen Krieg) ausgerufen und wollen ein religiöses Gesellschaftssystem auf Basis der Scharia errichten. Erklärungen für diesen Widerspruch findet Ahmed Rashid in der Phase nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Etablierung der neuen zentralasiatischen Republiken. Anstelle kulturell an die islamische Vergangenheit anzuknüpfen und demokratische Formen der politischen Willensbildung einzuführen, setzten die Staatschefs Zentralasiens die kommunistische Politik der politischen, sozialen und religiösen Unterdrückung fort. Ein abschreckendes Beispiel dafür ist die größte der zentralasiatischen Staaten, Usbekistan. Präsident Karimov, der wie die anderen Staatschefs der Region Erster Sekretär der herrschenden Kommunistischen Partei war, führte ein autoritäres Regime ein, das jegliche Oppositionsbewegungen brutal unterdrückt. Korruption, Armut und Arbeitslosigkeit taten ihr übriges, um dem islamischen Fundamentalismus den Boden zu bereiten. Über 60 % der Bevölkerung Zentralasiens sind jünger als 25 Jahre. Was für eine Zukunft hat diese neue Generation, die zumeist arbeitslos, schlecht ausgebildet und hungrig ist? Wie lange noch, fragt Ahmed Rashid eindringlich, werden sie sich mit dem sinkenden Lebensstandard und dem Fehlen demokratischer Rechte abfinden? Eine soziale und politische Explosion scheint unvermeidlich. Islamischer Fundamentalismus und die Versäumnisse des Westens Die IMU will mit Waffengewalt die Regierung Usbekistans stürzen und einen islamischen Staat errichten. Obwohl sie 'Usbekistan' in ihrem Parteinamen trägt, hat sie sich zu einer pan-islamischen Streitmacht entwickelt, die über 2000 Kämpfer aus Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan zählt. Im Unterschied zur IMU verfolgt die HT ihre Ziele mit friedlichen Mitteln. Im Mittelpunkt steht die Errichtung des Kalifats, das kurze Zeit nach dem Tode des Propheten Mohammed im Jahr 632 über die arabischen Muslime herrschte. An diesen Zielvorstellungen wird deutlich, dass die islamische Ideologie beider Organisationen auf importiertem Gedankengut basiert und nicht auf dem in Zentralasien verwurzelten, toleranten Verständnis des Islam. Die Hizb ut-Tahrir wurde 1953 in Saudi-Arabien und Jordanien von Exil-Palästinensern gegründet und hat heute auch in der Türkei, Ägypten, Pakistan und Nordafrika grossen Zulauf. Die IMU geriet schon früh in Kontakt mit der Al Qaida, von der sie finanzielle und militärische Unterstützung erhielt. Umgekehrt kämpfte die IMU auch für die Taliban - ein erschreckendes Beziehungsgeflecht, das Ahmed Rashid hier offenlegt. Seinen Anteil am Siegeszug des radikalen Islam hat auch der Westen beigetragen. Ahmed Rashid beklagt, dass westliche Politiker sich hauptsächlich auf zwei Dinge konzentriert hätten: auf den Aufbau der zentralasiatischen Streitkräfte zur Bekämpfung der Unruhen und auf die Nutzung der Energie-Ressourcen. Versäumt wurde es, die Militärhilfe mit wirtschaftlichen Anreizen zu verbinden, um dringend notwendige Reformen in den Staaten der Region zu initiieren. Eine ungewisse Zukunft Ahmed Rashid fordert zudem die zentralasiatischen Regierungen dazu auf, die Ausübung des Islam in ihren Ländern zu gestatten, demokratische Strukturen einzuführen und die Wirtschaft zu reformieren. Unter besseren wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen sowie dem Vorhandensein von Meinungsfreiheit hätten die fundamentalistischen Bewegungen, da ist er sich sicher, geringeren Zulauf und weniger Einfluss. Der Westen kann diese Entwicklung unterstützen, indem er die Wirtschaftshilfe intensiviert und die Militärhilfe an bestimmte Bedingungen knüpft. Auf die Regime, so Ahmed Rashid, müsse massiver Druck ausgeübt werden, die Volkswirtschaften und die politischen Systeme zu liberalisieren. Fazit: Info |
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