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Ausgabedatum: 09.04.2002

Newsletter-Aktuell: Ayodhya

Ayodhya - eine Zeittafel

22./23.12.1949: Eine Gruppe von 60 Parteiarbeiter der All-India Hindu Mahasabha betritt gewalttätig die Moschee in Ayodhya und stellt die Bildnisse der Hindu-Götter Rama und Sita auf.

23.12.1949: Verriegeln des öffentlichen Zugangs zur Moschee um 17.00 Uhr.

29.12.1949: Beschlagnahme der Moschee unter "Code of Criminal Procedure, 1898; Section 145" und Einsetzen der Stadtverwaltung des Nachbarortes Faizabad als Treuhänder.

5.1.1950: Der Treuhänder gestattet einem Kreis von drei bis vier Personen die Anbetung der Hindu-Götterbildnisse.

16.1.1950: Gopal Singh Visharad (Funktionär der Hindu Mahasabha in Ayodhya) leitet beim Zivilgericht ein Verfahren ein. Er ersucht um "freien Zutritt zur Moschee." Das Gericht erläßt eine einstweilige Verfügung, die die Entfernung der Rama-Bildnisse untersagt und die Einmischung in die Anbetung der Hindu-Götterbildnisse in seiner jetzigen Form verbietet.

3.3.1951: Bestätigung der einstweiligen Verfügung durch das Zivilgericht von Faizabad und Definition des Begriffs des Status quo der Moschee auf das Datum ihrer ersten gerichtlichen Behandlung, d. h. 16.1.50.

18.12.1961: Einreichen einer schriftlichen Klage des Sunni Waqf-Zentralausschusses beim Zivilgericht um Übergabe des Eigentums der Moschee und Beseitigung der Rama-Bildnisse in der Moschee.

7.-8.4.1984: Der VHP fordert von der indischen Regierung die Übergabe des Geländes der Moschee.

1.2.1986: 16.40 Uhr: Anordnung des Distriktrichters von Faizabad über das Entfernen der Schlösser an der Moschee und die ungehinderte Durchführung des Hindu-Gottesdienstes. Vollzug der Anordnung um 17.19 Uhr.

24.2.1986: Bildung des Zentralkomitees zur Wiederherstellung der Babri Moschee unter Leitung von Syed Shahabuddin.

30.3.1987: Das Koordinationskomitee der Babri Moschee-Bewegung (BMMCC) organisiert mit 300.000 Teilnehmern seine größte Kundgebung am "Boat Club" in Neu-Delhi.

August/September 1988: Erste Gespräche der Regierung mit Vertretern des VHP und des BMMCC.

9.-10.6 1989: Die Nationalexekutive der BJP in Palampur fordert die "Übergabe des Gebiets (der Moschee) an die Hindus."

14.8.1989: Erster Tag der Verhandlung des Rechtsstreit zur Babri-Moschee mit nun insgesamt vier klagenden Parteien innerhalb eines Sondergerichts beim Obersten Gericht von Lucknow. Es bestimmt bis auf weiteres die Einhaltung des bestehenden Status quo der Moschee auf diesen Tag.

9.11.1989: Grundsteinlegung des Tempelneubaus (Shilanyas) auf einem als "strittig" deklariertem Grundstück der Moschee, womit die Status quo-Anordnung vom 14.8.89 verletzt wurde.

2.12.1989: Als Ergebnis der Unterhauswahlen wird V. P. Singh (Nationale Front) zum Premierminister vereidigt. Die Regierung wird von der BJP "von außen" unterstützt.

25.9.1990: Der Vorsitzende der BJP, L. K. Advani, beginnt in Somnath (Gujerat) seinen Demonstrationszug nach Ayodhya, der den Baubeginn des Rama-Tempels einleiten soll.

23.10.1990: Die Regierung V. P. Singhs verhaftet L. K. Advani, um seinen Demonstrationszug aufzuhalten.

30.10./2.11.1990: Erstürmen der Moschee durch Freiwillige des VHP. Die Regierung verliert eine Woche später die Vertrauensfrage im Parlament, nachdem die BJP ihr die Unterstützung entzogen hatte.

Mai/Juni 1991: Die BJP wird bei den Unterhauswahlen mit 116 Abgeordneten zweitstärkste politische Kraft. In Uttar Pradesh stellt sie die Regierung des Unionsstaates.

6.12.1992: Zerstörung der Moschee durch Freiwillige von RSS, Shiv Sena, VHP, Bajrang Dal und BJP. Errichtung eines provisorischen Rama-Schreins auf dem Gelände der ehemaligen Moschee. Absetzung der Regierung von Uttar Pradesh.

8.12.1992: Verhaftung der Führer von RSS, VHP und BJP. Zwei Tage später werden RSS, VHP, Bajrang Dal, Jamaat-e-Islami Hind und Islamic Sevak Sangh verboten.

1.1.1993: Das Oberste Gericht von Uttar Pradesh gestattet die Wiederaufnahme des Hindu-Gottesdienstes auf dem Gelände der ehemaligen Moschee.

7.1.1993: Erlaß des Präsidenten über den Erwerb des Geländes der Moschee durch die Regierung. Des weiteren setzt das Parlament eine Kommission ein, die die Umstände der Zerstörung der Moschee untersuchen soll (auch Liberhan-Kommission), ein. Diese hat bis zum heutigen Tage noch keinen Bericht vorgelegt.

5.10.1993: Das Central Bureau of Investigation beschuldigt 38 Personen der kriminellen Konspiration, die die Zerstörung der Moschee zum Ziel hatte. Zu den Personen zählen eine Reihe führender Persönlichkeiten der BJP wie L. K. Advani, M. M. Joshi, Kalyan Singh (damaliger Chefminister), Vinay Katiyar und Uma Bharti.

24.10.1994: Das Oberste Gericht bestätigt in einem Urteil das Gesetz zu Ayodhya vom 7.1.93, verfügt jedoch, daß das Verfahren am Obersten Gericht von Lucknow (Uttar Pradesh) über die Eigentumsrechte der Moschee als einziges Verfahren der Konfliktbeilegung aufrechtzuerhalten ist. Als Datum des Erhalts des "Status quo" gilt von nun an der 7.1.93.

27.10.1994: Der ehemalige Chefminister Uttar Pradeshs, Kalyan Singh, tritt seine eintägige Haft an, die gegen ihn vom Obersten Gericht für seine Nichtbefolgung von Gerichtsanordnungen bezüglich der Ereignisse in Ayodhya im Juli 1992 verhängt worden war.

20.6.1995: Das Tribunal, das das nochmalige Verbot des VHP behandelte, bestätigt diesen Antrag der Regierung vom 14.1.95 nicht. Damit sind der VHP wie auch bereits die anderen Organisationen wieder gesetzlich zugelassen.

28.3.1998: Die aus den Unterhauswahlen siegreich hervorgegangene Opposition unter Führung der BJP gewinnt im Parlament die Vertrauensfrage. Eine neue Regierung mit A. B. Vajpayee (BJP) als Premier, L. K. Advani (BJP) als Innenminister und M. M. Joshi als Bildungsminister ist somit im Amt bestätigt. Am 11.5. läßt die neue Regierung drei Nukleartests in der Wüste von Rajasthan durchführen.

4.12.2000: Ayodhya dominiert erneut die parlamentarische Debatte, nachdem die Opposition den Rücktritt der an der Zerstörung der Moschee beschuldigten Minister forderte. Zwei Tage später bezeichnet der Premier in einem Interview Ayodhya als ein noch zu realisierendes nationales Gefühl.

20.1.2001: Auf der Kumbh Mela in Allahabad legt der VHP den Baubeginn des Rama-Tempels auf Frühjahr 2002 fest.

17.10.2001: Führer des VHP "besetzen" für mehrere Stunden den Ort der ehemaligen Babri-Moschee.

27.1.2002: Gespräche zwischen Premierminister A. B. Vajpayee und Führern des VHP enden ergebnislos. Der VHP besteht auf den von ihm geplanten Baubeginn in Ayodhya im März.

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