|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Ausgabedatum: 21.02.2001 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
Kya Kehna Stärken: Ungewöhnliche Story für einen Entertainment Movie, die Hauptdarstellerin Preity Zinta Schwäche: die nicht konsequent durchgezogene Storyline Musik: schöne Lieder zum Mitsummen
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Preity Zinta ist eine Newcomerin der indischen Filmwelt. Sie kommt direkt aus Delhi und ist weder Tochter, Nichte oder Enkelin eines Bollywood-Stars oder -Regisseurs. Sie ist selbstbewußt, hat ein interessantes Gesicht und vor allem Talent. Die Storyline ihres Film-Debüts ist sehr ungewöhnlich für einen Hindi-Entertainment Movie. Dargestellt wird eine sehr glückliche Mittelklasse-Familie mit drei Söhnen und einer Tochter. Die Tochter wird abgöttisch vom Vater geliebt und von der Familie verwöhnt. Die Geschichte beginnt damit, daß diese Tochter von der Highschool zurückkehrt (Internat) und ins College geht. Dort lernt sie den Draufgänger und Sohn der einflußreichsten Familie der Stadt kennen. Sie verliebt sich in ihn und geht mit ihm eine Beziehung ein. Kurze Zeit später ist sie schwanger. Als sie dies ihren Eltern gesteht, besteht ihr Vater auf einer Heirat. Ihr Freund verweigert jedoch die Heirat. Die Familie des Mädchens ist verzweifelt, und der Vater verlangt von der Tochter eine Abtreibung. Sie aber entscheidet sich für das Baby. Der Vater fühlt sich in seinem Stolz verletzt und wirft seine Tochter aus dem Haus. Sie hat Glück und ein altes Ehepaar nimmt sie auf. Mit der Zeit aber sieht der Vater ein, daß er seiner Tochter Unrecht getan hat und holt seine Tochter zurück nach Hause. Trotz ständiger Beleidigungen und Verleumdungen, bei denen sich besonders die Mutter ihres "Ex" hervortut, besucht sie weiterhin das College. Die Situation kulminiert in einem Theaterstück, das im College aufgeführt wird und die Geschichte der Tochter und ihrer Familie erzählt. Verantwortlich für das Drehbuch ist die böse Mutter des Ex-Freundes. Das Theaterstück sieht im Selbstmord der Tochter die einzige Lösung für ihre gesellschaftlichen Probleme. Die ehemals beste Freundin spielt die Rolle der schwangeren Tochter. Das Publikum steht auf der Seite der integranten Mutter. Nach dem Stück stellt sich das schwangere Mädchen auf die Bühne und hält einen Monolog. In diesem versucht sie ihre Lage und die des ungeborenen Kindes zu rechtfertigen. Inspiriert ist diese Rede von Oriana Fallaci's Novelle :" Letter from a Child Unborn." Nach der Rede des Mädchens verstehen alle im Saal ihre Situation, und alle sind wie ausgewechselt und unterstützen sie. Sogar der Draufgänger will sie nun heiraten. Doch sie nimmt seinen Antrag nicht an und heiratet am Ende ihren Jugendfreund, der immer zu ihr gestanden hat. Honey Irani ist in Indien eine der bekanntesten und beliebtesten Drehbuch-Schreiberinnen. Einige Superhits stammen von ihr. Hier hat sie sich sehr weit vorgewagt und gewonnen, denn der Film ist gut angekommen beim Publikum. Die interessante und gewagte Geschichte verliert einiges an Beständigkeit durch das Ende. Die Einfachheit der gesellschaftlichen Lösung durch eine Rede ist zu banal für eine solche Geschichte. Hier hätte ein weniger rosiges Ende diesem Film mehr Charakter gegeben. Doch hier hat auch eine Honey Irani wohl kalte Füße bekommen. Aber der Erfolg des Filmes zeigt, daß das Publikum in Indien durchaus bereit ist, gesellschaftskritische Filminhalte zu akzeptieren. (sn) |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Fragen oder Kommentare zu dieser Web-Seite an: webmaster@indien-newsletter.de
|
||