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Ausgabedatum: 25.07.2001

"Mujhe Kuch Kahna Hai" (MKKH) "Ich muß etwas sagen"

Der mit viel Erwartung angekündigte Film MKKH enttäuscht nicht.
 

MKKH, der ein Remake eines Telegu-Films ist, lebt vor allem von seiner Handlung. Denn erst am Ende des Films gibt es das große Liebesbekenntnis, und der Held sagt das, was er gewöhnlicher Weise schon längst gesagt hätte, daß "er" (Karan) "sie" (Pooja) liebt. Schluß.

Diese Handlung selbst mag nun für viele nicht überwältigend sein. Doch interessant bleibt die Botschaft dieses Films, die etwas von der derzeitigen Bollywood-Norm abweicht.

Karan, gespielt von Jitendra's Sohn, Tusshar, ist ein junger normaler Mittelklasse-College-Mann, so wie er überall in Delhi, wo die Handlung des Films spielt, anzutreffen ist. Er träumt von Mädchen, die nur ihn haben wollen. Und folglich hat er mit seinen Freunden nichts besseres zu tun, als ihnen nachzustellen. Natürlich muß er eines Tages auf eine besondere Frau, Pooja (Kareena Kapoor, ein weiteres Nachwuchs-Talent aus der Kapoor-Familie), treffen. Karan verliebt sich auf der Stelle. Obwohl man nicht erfährt warum, ist er nun ausschließlich damit beschäftigt, (denn er weiß ja nicht, wer/wo sie ist) sie wieder ausfindig zu machen. Es braucht noch über eine Stunde nach Beginn des Films bis schließlich beide aufeinandertreffen. Nach weiteren 1 1/2 Stunden kommt es dann schließlich zum "Happy End".

Ungewöhnlich ist der Film in vielfacher Hinsicht. Der weiblicher Teil ist selbstbewußter und reifer als der männliche. Karan tat wohl richtig daran, auf den Rat seiner Schwester Priya (Rinkie Khanna) zu hören und erst die Gunst Poojas zu gewinnen. In einer Schlüsselszene, die auch die Bruder-Schwester-Beziehung in Indien in einem anderen Lichte zeigt, macht Priya ihrem Bruder klar, daß er erst der Freund von Pooja werden müsse. Denn was wisse er schon von seiner Angebeteten: Es wäre doch "sirf attraction" (nur Anziehung) und nicht Liebe (!) Folglich versucht Karan, sein Bestes zu geben. Er wirkt dabei aber nicht machohaft oder "pushy", sondern teilweise auch naiv. Am Ende muß man sich daher eigentlich fragen, wieso Pooja doch auf ihn "reinfällt." Denn als angehende Harvard-Studentin ist sie dem Lebemann weitaus überlegender.

Wie auch immer, Karan geht nicht davon aus, daß Pooja ihn auch lieben muß. Sogar auf dem "Indira Gandhi International"-Airport weist Karan Poojas Ansinnen ab (!), für die junge Liebe auf Harvard verzichten zu wollen: er wisse um die Bedeutung des Studiums für sie. Nach drei Jahren würde es sich schon zeigen, ob sich beide wirklich lieben.

Diese für Indien ungewöhnliche Lektion in Sachen Liebe ist von der hiesigen Filmkritik im allgemeinen nicht wahrgenommen worden. Statt dessen wurde die etwas dünne Liebesgeschichte an sich, die teilweise schwache schauspielerische Leistung des Haupthelden oder der eine oder andere Song kritisiert. So vergab "The Sunday Times of India" nur zwei von fünf Sternen (durchschnittlich). Diese Bewertung wird meiner Meinung nach dem Film nicht gerecht. Schön ist auch, einmal Filmbilder von Delhi zu sehen. Ein Verfolgungsjagd auf dem "Shantipath" kommt bekanntlich in Filmen nicht oft vor.

Übrigens war der Film unmittelbar nach seiner Veröffentlichung in Indien am 25. Mai auch gleich schon in Deutschland zu sehen.

 

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