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Ausgabedatum: 27.09.2001

Laagan

Stärken: die ungewöhnliche Story; hervorragend besetzt

Schwäche: zu lang

Musik: überdurchschnittliche Musik des begabten Komponisten A.R. Rehman

 

Lagaan (Steuer) ist der Sommer-Überraschungshit aus Bollywood. Seine ungewöhnliche Geschichte und hervorragende Darsteller haben ihn nicht nur in Indien, sondern auch International (und nicht nur bei den Auslands-Indern) zum Hit gemacht.

Die Handlung des Films konzentriert sich auf ein kleines indisches Dorf im Jahre 1893. Die Menschen sind einfache Bürger, die mit einer Trockenperiode kämpfen. Trotz dieser harten Zeiten haben die Briten die Steuer verdoppelt und die mutigen Dorfbewohner (erinnert etwas an ein bestimmtes Dorf in Gallien) protestieren beim Maharaja (dessen Untertanen sie sind). Der Maharaja ist gutmütig, muß sich aber mit dem englischen Captain absprechen. Dieser ist ein arroganter Mensch, der die Bitte ablehnt. Dann jedoch bietet er, aus Spaß an der Freude und aus Selbstüberschätzung, den Dorfbewohnern einen Deal an: die Steuer entfällt für drei Jahre, wenn die Dorfbewohner bei einem Cricket-Spiel seine Mannschaft schlagen. Verliert das Dorf, muß es den dreifachen Steuerbetrag bezahlen. Die Dorfbewohner zögern, da sie nicht mal das Wort Cricket kennen. Der mutige Dorfbewohner Buwan (Amir Khan) jedoch überzeugt sein Dorf, diese einmalige Chance auf Steuerbefreiung zu nutzen. So schwer kann dieses Spiel doch nicht sein, wo man nur hin und her rennt und einen Ball in die Gegend schlägt - denken die Dorfbewohner.

Doch das Erlernen der Spielregeln und das Cricket-Training erweisen sich schwieriger als erwartet. Doch das Dorf bekommt unerwartete Hilfe von der Schwester des englischen Captains. Sie ist entsetzt über das Verhalten ihres Bruders und versucht diese Schuld durch ihre Hilfe und Zuneigung zu den Dörfler und Bhuwan wiedergutzumachen. Interessant in diesem Film sind nicht nur der Zusammenhalt der muslimischen und hinduistischen Dorfbewohner, sondern auch die Aufnahme eines sogenannten "Unberührbaren" (von Gandhi als Harijans, Kinder Gottes, bezeichnet) in die Mannschaft.

Der Film findet seinen Höhepunkt im Spiel gegen die Engländer. Andere Dörfer und Briten haben sich als Zuschauer eingefunden. Die Dorfbewohner schlagen sich tapfer und gewinnen den Respekt der Briten, da sie sich nicht durch das teilweise unfaire Spiel der Mannschaft Capt. Russels irritieren lassen. Doch es kommt noch besser: am Ende gewinnt das Dorf und als Zuschauer freut man sich so, als hätte man persönlich Russels Mannschaft geschlagen.

Fazit: Die Besetzung ist hervorragend, sowohl die Dorfbewohner als auch die englischen Schauspieler. Der Film ist liebevoll gedreht mit Mut zur Authentizität, z.B. bei der Kleidung, Bau der Häuser etc. Es gibt keine sinnlosen Gesangswechsel in die Schweiz oder Österreich, sondern klangvolle Töne, passend zum Film. Zusammengefaßt ein erfrischend anderer Hindi-Film, der sich durch Inhalt und Ausstattung von der Konkurrenz absetzt. (sn)

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