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Ausgabedatum: 09.04.2001 |
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Indische Filme auf der Berlinale Auf den diesjährigen Berliner-Filmfestspielen wurden insgesamt drei Produktionen aus Indien gezeigt. Leider gab es, wie so oft, keinen Film im eigentlichen Wettbewerb. Aber für viele Filmbegeisterte leben die Festspiele gerade von dem Programm außerhalb des Wettstreits um die Goldenen und Silbernen Bären. Denn zu oft spielten bei der Auswahl der dort gezeigten Filme Erwägungen eine Rolle, die mit deren künstlerischen Qualität nichts gemein hatten. So gesehen konnte man es auch positiv sehen, daß die drei Filme nur innerhalb des "Forums" zu sehen waren.
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Der erste Film war die neueste Arbeit von Regisseur Mani Ratnam (Bombay, Roja, Dil se). Sein tamilischer Film "Alai Payuthey" (Wellen) erzählt die Geschichte von Karthik und Shakti. Beide lernen sich auf der täglichen Fahrt im Zug kennen ... und heiraten schließlich. - Damit hätte die Geschichte leicht erzählt werden können. Nicht aber so bei Ratnam. Denn die Heirat zwischen beiden findet ohne die Einwilligung der Eltern des Mädchens statt, die für sie eine andere Verbindung "arrangieren" wollten. Der Zuschauer muß auf eine bombastische Feier, wie in vielen Hindi-Filmen, verzichten. Dies ist für einen Entertainment-Movie schon ungewöhnlich. Seine eigentliche Qualität besteht darin, daß er der üblichen Vorstellung von Liebe bei Kommerzfilmen eine deutliche Absage erteilt. Bei "Wellen" fängt die Geschichte nun erst an, wo die Liebe sich erst noch im täglichen Leben und Streit beweisen muß. Künstlerisch ein sehr gut gemachter Film, der einem am Ende sogar mit den Helden mitfiebern ließ. Tanz und Musik fehlen ebenfalls nicht. Hier ließ es Ratnam sich nicht nehmen, einen Titel, der für mich zu den am besten produzierten überhaupt zählt, am Dal-See von Srinagar zu filmen. Der Film war sehr gut und wertvoll, was für andere Film dieser Art gewöhnlich nicht gesagt werden kann. Am Ende bekam der Film vom kritischen Berlinale-Publikum großen Beifall (!) Der zweite Film in Berlin war M. F. Hussains "Gaja Gamini", der bereits im letzten Jahr hier Weltpremiere gefeiert hatte. Der Film setzt den indischen Frauen im allgemeinen und eine ihrer schönsten Vertreterinnen, der indischen Schauspielerin Madhuri Dixit, im besonderen ein Denkmal. Er versucht darüber hinaus, die gesamte Geschichte Indiens zu verarbeiten. Dies macht ihn zu einem wundervollen, aber auch sehr anspruchsvollen Werk. Zum Glück für den Zuschauer soll zum Nachlesen des Films in Indien ein Buch erschienen sein. Ratschlag von mir: Kaufen, um den Film besser verstehen zu können. Denn der Film lebt nicht nur von seinen schönen Bildern, die offenbaren, daß einer der besten lebenden Maler Indiens diesen Film gemacht hat, sondern auch von seiner Philosophie. Als letztes war die beachtliche Produktion "Karunam" aus Kerala zu sehen. Regisseur Jayraaj Rajasekharan Nair erzählt das Schicksal eines alten Ehepaares, das allein zurückblieb, nachdem seine Kinder ins Ausland gegangen waren. Letztlich müssen sie sogar das einzige, das sie noch besitzen, ihr Haus, aufgeben, nachdem ihre Kinder es verkauft haben. In der Diskussion, die am Anschluß der Aufführung des Filmes stattfand, machte der Regisseur nochmals auf das ernste soziale Problem der Migration der Jugend Keralas ins Ausland aufmerksam. Der Film erzählt das Schicksal der beiden Hauptpersonen sehr einfühlsam. Und seinem Macher war zu danken, daß er die beiden Darsteller, die Laien waren, so sicher durch den Film führte. Darüber hinaus war es sehr erstaunlich zu hören, daß diese Produktion mit geringen Mitteln in nur 15 Tagen abgedreht werden konnte. Insgesamt präsentierte sich Indien in Berlin sehr gut und zeigte, über welches filmische Potential das Land verfügt. (ms) |
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