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Ausgabedatum: 30.07.2003 |
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Top-Story |
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Indiens Premier auf Deutschland-Besuch Ohne größere öffentliche Beachtung hat der indische Premierminister Vajpayee Ende Mai Deutschland einen kurzen Besuch abgestattet. Der Bedeutung Indiens angemessen haben sich die führenden Repräsentanten Rau und Schröder Zeit für eine Begegnung genommen, ganz zu Schweigen davon, dass dem Gast die höchsten protokollarischen Ehren zuteil wurden.
Einmütigkeit herrscht insbesondere im latenten Unbehagen am sich abzeichnenden Zeitalter des US-amerikanischen Imperiums. Indischen Quellen zu Folge hat sich Deutschland durch seine standhaft kritische Haltung zum Irak-Krieg Sympathien auf dem Subkontinent erworben. Jenseits der Haltung zu aktuellen machtpolitischen Entwicklungen schlummern im deutsch-indischen Verhältnis jedoch ungenutzte Potenziale für beide Seiten. Diese sind vor allem wirtschaftlicher Natur und eingedenk der konjunkturellen Probleme hierzulande wäre eine größere öffentliche Resonanz auf den Besuch wünschenswert gewesen. Zumal das deutsch-indische Handelsvolumen rückläufig ist, was aber nur zum Teil auf den gestiegenen Außenwert des Euro oder den wachsenden weltweiten Wettbewerb auf traditionellen deutschen Exportfeldern zurückzuführen ist. Ungeachtet der eigentlich bestehenden Unvoreingenommenheit auf kulturellem Gebiet tut sich das deutsche Business nach wie vor schwer, etwaige Geschäftsinteressen in Indien zu verfolgen. Und tatsächlich werden viele Aktivitäten durch bürokratische Hemmnisse, mangelnde Rechtssicherheit, fehlende Infrastruktur oder intransparente Marktstrukturen behindert. Hier ist sicherlich die indische Seite am Zuge, die Bedingungen zu verbessern. Wer indessen zu lange zögert, wird es möglicherweise versäumen, am zu erwartenden Aufschwung der erwachenden Wirtschaftsmacht Indien teilzuhaben. Noch ist Indien freilich weit entfernt von einer ökonomischen Dynamik, wie sie in China entfesselt wurde, aber die Möglichkeit zu einem vergleichbaren Szenario besteht allemal.
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