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Ausgabedatum: 24.01.2002 |
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Film: |
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Story: |
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Musik: |
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Schauspieler: |
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Regisseur: Faran Akhtar Dil Chahta Hai ist keine übliche Bollywood-Massenware. Dieser Film lebt nicht von pathetischen Monologen der Hauptdarsteller, imposanten Musikeinlagen oder Gewaltszenen. Der erste Teil des Films gleicht eher einem Kammerspiel, sehr ungewöhnlich für Bollywood. Die drei Hauptprotagonisten halten das Interesse des Zuschauers durch geistreiche und witzige Dialoge fest. Akash (Amir Khan), Sid (Akshay Khanna) und Sameer (Saif Ali Khan) spielen drei Freunde, die - alle um die 20 Jahre alt - zum oberen indischen Mittelstand gehören. Thematisiert wird ein Sommer, der das Leben der drei Freunde verändern wird. Ihre Charaktere sind sehr gut charakterisiert, und obwohl jeder unterschiedliche Lebenswege einschlägt, versteht es der Regisseur elegant, das Leben der Drei immer wieder miteinander zu verflechten. Am Anfang fährt Sid ins Krankenhaus, um einer Sterbenden beizustehen, deren Identität dem Zuschauer zunächst verborgen bleibt. Sid ist verzweifelt und ruft seinen Freund Sameer an, der sofort ins Krankenhaus kommt. Sameer ruft auch Akash an, doch dieser will zunächst nicht seinem Freund beistehen, da er denkt, Sid möchte ihn nicht sehen. Umgekehrt ruft Sid seinen Freund Akash nicht an, da er sicher ist, dass er nicht kommen wird. Sameer und Sid führen ein Gespräch im Warteraum. Während des Dialogs wird mit Hilfe von Rückblicken die Geschichte der drei Freunde erzählt. Der Zuschauer erfährt Schritt um Schritt, wie es zum Bruch der Freundschaften gekommen ist. Sid ist der vernünftigste, der gefühlvollste der drei Freunde. Er ist Maler und strebt eine Künstler-Karriere an, unterstützt von seiner allein erziehenden Mutter. Er verliebt sich während des Sommers in eine ältere Frau, Tara (hervorragend gespielt von Dimple Kapadia). Tara ist eine geschiedene Frau, deren Mann ihr das Besuchsrecht zu ihrer kleinen Tochter gerichtlich verboten hat. Aus Frust fängt sie an zu trinken. Sie arbeitet als Architektin, ist Sid zugetan und mag seine Malerei. Aus Angst, sie zu verlieren, hält Sid an einer platonischen Beziehung fest und gesteht Tara seine Liebe nicht. Als aber seine Mutter von dieser Liebe erfährt, und Tara das Gespräch mithört, verläßt Tara Sid, ohne jedoch die Freundschaft zu zerstören. Sameer (hey, Saif Ali Khan kann ja schauspielern) ist ein notorischer Frauenheld, der sich schnell verliebt. Deswegen wird er ständig von seinen Freunden aufgezogen, und dies nicht ohne Grund. Erst das Mädchen, das seine Eltern für ihn aussuchen, findet sein wirkliches Interesse. Sie jedoch hat schon einen Freund. Nachdem sie ihren launenhaften und schrulligen Freund (sein Leben läuft streng nach einem Zeitplan) den Laufpaß gibt, wagt Sameer nicht, ihr seine Liebe einzugestehen. Denn zu diesem Zeitpunkt sind seine beiden Freunde nicht bei ihm (Sid ist verreist und Akash in Australien), und er hat Angst vor dem Alleinsein, falls sie seine Liebe nicht erwidert. Erst als Sid ihm zur Seite steht, gesteht er ihr seine Liebe. Akash kommt als einziger von den dreien aus einer wohlhabenden Familie. Er ist ein Zyniker und hängt am liebsten ab, ohne konkretes Ziel im Leben. Er lacht über die Leidenschaft, die Sid zu seiner Malerei hat und über Sameer, den er für einen hoffnungslosen Romantiker hält. Und trotz allem hängt er sehr an seinen beiden Freunden, auch wenn es ihm selbst nicht klar ist warum. Als er von Sids Liebe zu Tara erfährt, glaubt er, dass Sid die ältere Frau nur deshalb ausgesucht hat, um von ihr in Sex eingeführt zu werden. Ein schlimmer Fehler, den Sid ihm nicht verzeiht. Die Freundschaft bricht auseinander und Sameer steht zwischen den beiden recht verloren da. Akash fährt auf Bitte seines Vaters nach Australien, um die dortige Firma der Familie zu leiten. Dort lernt er Shalini (Preity Zinta) kennen und mit der Zeit auch lieben. Als Akash merkt, das er Shalini liebt, sie jedoch lange mit ihrem Jugendfreund verlobt ist, fängt er an, seine Freunde zu vermissen. In diesem zweiten Teil des Filmes macht der Regisseur Farhan Akhtar den Fehler, die Geschichte zwischen Shalini und Akash in die Länge zu ziehen und auch das Hochzeitsfest von Shalini passt so gar nicht zu diesem Film. Auch die wenigen Gesangseinlagen hätte man weglassen können. Einzig das Lied während der Fahrt der Drei nach Goa und die witzige Parodie auf Hindi-Movie Film-Songs gefallen. Trotz allem schafft der Regisseur meisterhaft am Ende die Drei wieder zueinanderfinden zu lassen. Das Begeisternde an diesem Film ist, das keine typischen Helden mitspielen, sondern realistisch die Freundschaft von drei normalen jungen Menschen in Indien dargestellt wird. Sicherlich werden die Rikshafahrer und Dorfbewohner mit diesem Film nicht viel anfangen können, aber er zieht die Generation X Zuschauer der Middleclass-Inder in die Kinos. Bleibt zu hoffen, dass bald mehr von dieser Art Filmen zu sehen ist.
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