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Ausgabedatum: 09.04.2002

"And the winner is..." - die indische Oscar-Verleihung

Von Michael Schied

Lagaan war der große Abräumer auf der diesjährigen Preisverleihung des Filmmagazins Filmfare, das indische Pendant zur Oscar-Verleihung in Hollywood. Die Ansicht der Leser des Magazins "Filmfare" war eindeutig. Demnach gewann er die Preise in den Rubriken des "Besten Films", "Bester Regisseur (Ashutosh Gowariker)", "Bester Schauspieler (Aamir Kahn)", "Beste Musik (A. R. Rahman)", "Bester Musiktext (Javed Akhtar)", "Bester Sänger (Udit Narayan)", "Beste Sängerin (Alka Yagnik)". Ohne "Filmfare" jedoch nahe treten zu wollen, spiegelte dieses Urteil jedoch nur ungenügend die filmischen Qualitäten des letzten Jahres wider. Sicherlich wer "Cricket" mag, der hat bei "Lagaan" seine Freude finden können. Doch für den Rest der Menschheit kam zumindest in seinem letzten Filmdrittel die große Langeweile auf.

2001 war ein gutes Jahr für Bollywood. Zwar nicht kommerziell, jedoch wurden viele ausgezeichnete Filme produziert. Sicherlich gehörte "Dil Chahta Hai" hier zum Topfilm. Wir können den Kollegen von planetbollywood.com und den Filmkritikern der "Filmfare" übrigens dabei nur zustimmen, die ihn auf Platz 1 sahen. "Lajja", "Aks", "Chandni Bar", "Nayak" und "Tera Mera Sath Rahen" waren auch sehenswert und für Filmpreise prädestiniert. "Gadar" ging wider Erwarten trotz seines Erfolges leer aus. "Kabhi Khushi Kabhi Gham" war nicht schlecht, bekam aber Preise in den falschen Kategorien (Kajol als "Beste Schaupielerin" und Jaya Bachchan als "Beste Nebendarstellerin").

Warum also erhielten der Jungregisseur Farhan Akhtar für "Dil Chahta Hai," die Schauspielerin Tabu für "Chandni Bar", Ajay Devgan und Madhuri Dixit für "Lajja" keine Preise? Es gab einfach zu viele Ungereimtheiten bei der diesjährigen Preisvergabe.

What ever, Bollywood lebt und wird immer besser. "Lagaan" ist nun auch zum Hollywood-Oscar (in der Kategorie "Bester ausländischer Film" nominiert worden.

Nur hat sich die Qualität der indischen Filme noch nicht auf den Berliner Filmfestspielen herumgesprochen. Da gab es in diesem Jahr nur zwei mittelmäßige Dokumentarfilme zu sehen.

 

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