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Ausgabedatum: 09.04.2002

Berlin

Das "Delhi Darbaar" - Geschmackvoll in zweifacher Hinsicht

Von Corinna Riewe

 

Essen:

Atmosphäre:

Service:

Preis/Leistung:

Atmosphäre
In einer Seitenstraße der Kreuzberger Bergmann-Straße hat bereits vor circa 2 Jahren ein indisches Restaurant eröffnet, das wir nun endlich "testen": das Delhi Darbaar.

Beim Betreten überrascht das kleine Restaurant positiv mit seinem einfachen, aber sehr ansprechenden Stil - das erste Restaurant, das nicht mit klassischem Indien-Kitsch überfüllt ist und dennoch etwas "indisches" ausstrahlt. Die Wände - in einem warmen Gelb gestrichen - schmücken einige wenige, sehr geschmackvoll ausgewählte kunsthandwerkliche Stücke, die voraussichtlich nicht "made in Taiwan" sind.

Das Essen
Mein Essenspartner wartet schon und wir erhalten zügig die Karte. Diese besteht aus der typischen Auswahl an nordindischen Gerichten und weist keine Besonderheiten auf.

Uns ist heute nach vegetarischer Küche und so notiert die sehr freundliche Bedienung für uns ein Mater Paneer (Rahmkäse mit Erbsen) und ein Saag Panir (Rahmkäse mit Spinat) und - da es draußen kalt und naß ist - zwei indische Tees.

Zunächst erhalten wir auf Kosten des Hauses ein Papadam. Es handelt sich - und das ist kein spezielles Charakteristikum dieses Restaurants und soll daher diesem auch nicht als Minus-Punkt angerechnet werden - bei den in indischen Restaurants als Aufmerksamkeit gereichten Papadams immer um die Fertig-Standard-Variante, die auch wir beim Inder um die Ecke kaufen können. Nicht wirklich überwältigend gut, aber dennoch: Es ist die Geste, die zählt!

Das Essen, das uns in einer angemessenen Zeit serviert wird, ist optisch ansprechend in zwei Messingschälchen angerichtet. Es springen bei beiden die auffällig großen Stücke Panir ins Auge, und auch der Geschmackstest läßt vermuten, daß der Koch den Rahmkäse selbst herstellt. Ein Aspekt, der zwar natürlich nicht abschließend kontrolliert werden kann, der aber positiv bemerkt wird.

Das Saag Panir ist angenehm gewürzt - Ingwer, Koriander, Cumin und Chili sind wohl dosiert, also geschmacklich zu identifizieren, ohne den Geschmack des Spinats oder des Panir zu überdecken. Ich erinnere mich kurzfristig an die unangenehme Erfahrung unseres letzten Tests und halte fest: Ja, wie im Delhi Darbaar, so muß die Würzung sein!

Auch das Mater Panir ist geschmacklich einwandfrei, und die durch eine angemessene Menge an Kurkuma herbeigeführte gelbliche Farbe stimmt ebenfalls. Allerdings - und das muß leider festgehalten werden - könnten ein paar mehr Erbsen im Essen vorhanden sein. Es scheint nicht am Geiz des Kochs zu liegen, denn die Speisen sind insgesamt anständig bemessen. Aber vielleicht sind die Erbsen ausgegangen?

Fazit
Müßig, hierüber weiter zu spekulieren. Wir lassen diesen Punkt in die Bewertung einfließen, in dem wir heute für das Essen keine 1 aber eine sehr gute 2 verteilen, auf die das Restaurant stolz sein kann.

Wir honorieren insbesondere die wirklich sehr angenehme und freundliche Atmosphäre und Bedienung mit jeweils einer 1, und auch die 2 beim Preis-Leistungsverhältnis kann sich sehen lassen.

Infos: "Delhi Darbaar", Nostizstraße 49, 10961 Berlin, Tel. 030/695 15 006, täglich 12 - 24 Uhr

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