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Die Atmosphäre: An einem verregneten Sonntag morgen lassen wir das Frühstück ausfallen und fahren nach Kreuzberg, um in einer Seitenstraße des Kottbusser Damms ein neues indisches Lokal zu probieren, das uns empfohlen wurde, das "Puna" in der Kohlfurter Straße 44. Wir betreten ein kleines Lokal in einem typischen Berliner Ladengeschäft, das mit einem hellen Gelb an den Wänden und sparsamer Dekoration eine einfache aber angenehme Freundlichkeit ausstrahlt, die durch die leichte klassische Hintergundmusik im Stile Ravi Shankars unterstrichen wird. Nachdem wir feststellen, daß wir den Koch schon von früher aus einem anderen Lokal kennen, sind wir guter Dinge und freuen uns auf das, was kommt. Angesichts der Uhrzeit leider mit einem noch nicht ganz so kräftigem Appetit ausgestattet, müssen wir uns den Test "teilen", in dem ich mich auf die Vorspeisen konzentriere, während mein Begleiter sich "fachmännisch" kritisch, denn er ist Pakistani, auf die Prüfung der Hauptspeise konzentriert.
Das Essen - die Vorspeisen: Wir bestellen zwei indische Tees, die nicht nur das Aufwärmen garantieren, denn es regnet in Strömen, sondern die angenehm gewürzt den Appetit anregen. Doch zunächst wird uns auf Kosten des Hauses Papadam mit zwei Sorten Raita (Joghurtsoßen) sowie einem Tamarinden- und einem Peperoni-Chutney serviert. Das Peperoni-Chutney ist köstlich, aber richtig scharf und daher nur begrenzt für mitteleuropäische Zungen geeignet. Das Tamarinden-Chutney ist raffiniert säuerlich, so wie es sein muß, und die Raita sind frisch, so das wir nachbestellen und ohne Probleme die "Familienportion" gereicht bekommen. Danach entscheide ich mich zunächst für eine Gemüsesuppe, die angenehm sämig und dezent gewürzt ist. Hervorragend ist das hauchdünn geschnittene, bißfeste Gemüse, das also nicht schon stundenlang mitgekocht wurde. Mit DM 4,-- ist diese Suppe nicht nur günstig, sondern macht Appetit auf mehr.
Das Essen - die Hauptspeisen: Als nächstes erhalte ich Murgh Pakora (Hähnchenpakora) an Salat und mein Begleiter Mutton Saag mit Basmati-Reis und Salat. Die Murgh Pakora sind knusprig, der Teig gut gewürzt und die Portion größer als die klassische Vorspeise, so daß der kleine Esser im Puna gut aber auch preiswert (DM 6,--) satt werden kann.
Das Mutton Saag wird in einem Messingschälchen auf einem Stövchen serviert, so daß es richtig heiß ist und bleibt. Das Lammfleisch ist zart, und der Spinat scheint handgeschnitten zu sein - wir gehen davon aus, daß er frisch ist und nicht aus der Tiefkühltruhe kommt. Neben dem körnigen Basmati-Reis gönnt sich mein Begleiter ein Chapati, das so gut zu schmecken scheint, daß er zweimal nachbestellt. Besonders gefällt uns, daß der Salat über den üblichen Weißkohl mit Möhren hinausgeht, frisch geschnitten ist und mit Kräutern und Zwiebeln eher einem Rohkostteller gleicht. Mit 14,-- DM wird mein Begleiter zu einem angemessenen Preis mehr als satt. Lediglich die Chapatis sind mit DM 2,50 pro Stück für Berliner Verhältnisse vergleichsweise teuer. Zum Abschluß werfen wir noch einen Blick auf die Süßspeisen, entscheiden uns angesichts Eis und Obstsalat aber lieber für noch einen Tee.
Fazit: Preiswert (zusammen DM 37,50) und mit hervorragendem Essen gefüllt vergeben wir wegen der fehlenden indischen Desserts und des "überteuerten" Chapatis eine gute Wertung und hoffen, daß sich das Lokal trotz schlechter Lage halten kann.
Infos: Restaurant Puna, Kohlfurter Str. 44, 10999 Berlin, Tel.: 030 / 616 59 237 |
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