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Ausgabedatum: 09.04.2001

Frankfurt-Innenstadt

Indian Curry House -

Wo der Südinder seine Crepes genießt

Essen:

Atmosphäre:

Service:

Preis/Leistung:

Die Atmosphäre:
Die indischen Restaurants in Deutschland werden von der nordindischen Küche dominiert. Umso überraschter waren wir, als wir von einem Restaurant mit südindischen Spezialitäten hörten. Der Name läßt zunächst nichts Gutes ahnen: Indian Curry House. Aber oft trügt der Schein - so jedenfalls unsere Hoffnung. Das Indian Curry House liegt inmitten von "Little India". Dieser Teil des Frankfurter Rotlichtviertels ist geprägt von indischen Läden, Juweliers, Kleidergeschäften und Restaurants. Von außen sieht das Indian Curry House nicht gerade einladend aus. Drinnen wird es nicht besser: es dominieren Mutters Küchentische und -stühle aus den 70ern, der Platz ist teilweise sehr knapp bemessen. Der Name "Restaurant" ist daher eine etwas mutige Bezeichnung. Von der Atmosphäre her ist das Indian Curry House ein besserer Imbiß.

Das Essen:
Da es erst Mittag ist, trinken wir alle ein Mango-Lassi. Das Mango-Joghurt Getränk schmeckt erfrischend und fruchtig: einfach lecker. Wir ordern Masala Dosa (eine Art Crepes aus Linsen und Reismehl, gefüllt mit Kartoffeln, Zwiebeln und frischen Gewürzen) mit Sambhar (ein pikanter Linsen-Gemüse-Curry) sowie Idli Sambhar (gedämpfte Bällchen aus Reismehl in Linsen-Gemüse-Curry). Wir probieren zuerst das "Dosa-Crepes" und sind begeistert: es ist angenehm dünn und mit einer hervorragenden Füllung ausgestattet. Einzig der Sambhar ist uns etwas zu lasch und wässrig geraten, da fehlt der Pepp. Im Gegensatz zum Masala Dosa enttäuscht das Idli Sambhar. Einsam und verlassen schwimmt das Reismehl-Bällchen (Idli) im Linsen-Curry (Sambhar). In Indien werden Idli und Sambhar immer getrennt serviert. Zudem ist das Idli in seiner Konsistenz zu hart und nicht soft, wie es normalerweise sein sollte. Trotzdem: wann bekommt man schon mal südindisches Essen serviert, das im Großen und Ganzen okay ist.

Service und Preis-/Leistungsverhältnis:
Am Anfang macht der Kellner einen etwas mürrischen Eindruck. Das gibt sich aber schnell und am Ende sind wir sehr zufrieden. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Für 11 DM erhält man eine südindische Spezialität, die mit kleineren Abstrichen gut schmeckt und satt macht. Wer südindisches Essen nicht mag: es gibt daneben eine Vielfalt an vegetarischen Gerichten und Fleisch-Currys, die von 12 bis 17 DM kosten. Wer sich nicht entscheiden kann, wählt eine Thali (Platte) mit verschiedenen Gerichten.

Kurzum: ins Indian Curry House geht man am besten zum Mittagessen oder wenn einen der Heißhunger auf Masala Dosa packt. Zudem ist das Indian Curry House als Imbiß eine hervorragende Alternative zur Döner-Bude oder zu diversen Fast-Food Angeboten.

Infos: Indian Curry House / Weserstr. 17, 60329 Frankfurt/M / Tel.: 069 / 23 59 86 / tägl. 11.00 ­ 23.00 Uhr, Sonntag Ruhetag, Feiertage 13.00 - 23.00 Uhr.

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