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Ausgabedatum: 24.01.2002

Berlin

Das "Rani" in der Goltzstrasse

Von Corinna Riewe

 

Essen:

Atmosphäre:

keine Wertung

Service:

Preis/Leistung:

Die Goltzstraße in Berlin-Schöneberg ist bekannt als eine "der" Berliner Kneipenstraßen und kann ebenso als "Die indische Gastro-Meile Berlins" bezeichnet werden, befinden sich doch in ihr in einem Radius von ca. 1-2 Minuten Fußweg gleich vier indische Lokale. Eines von ihnen will das Redaktionsteam bei einem seiner Berliner Treffen testen, und wir entscheiden uns für das Rani. Es handelt sich um ein Selbstbedienungslokal, weshalb wir auch auf eine Bewertung des Service verzichten werden.

Die Atmosphäre
Bei sommerlichen Temperaturen wollen wir eigentlich lieber draußen sitzen, doch das Restaurant ist brechend voll, so daß wir uns glücklich schätzen, drinnen noch einen letzten Tisch zu ergattern. Es ist laut und "crowded" - wir fühlen uns in eine indische Garküche versetzt, was wir positiv zur Kenntnis nehmen. An der Theke wird eine Auswahl der Speisen zur Ansicht ausgestellt, und man wird aufgerufen, wenn das Essen zum Abholen fertig ist.

Das Essen
Angeboten wird die übliche Palette der zumeist nordindischen Speisen. Lediglich Sonntags Mittags gibt es auch die südindischen Spezialitäten Dosa (feine Crepes, meist gefüllt mit Kartoffel-Curry) und Itli (gedämpfte Reis-Kugeln) mit Sambar (scharfe Linsen mit Gemüse) und Kokosnuss-Chutney.
Wir entscheiden uns angesichts des großen Dursts für dreimal Mango-Lassi, das lecker und frisch ist und mit DM 3,00 auch preislich günstig, nur die Autorin bleibt beim Wasser.

Essen wollen wir als Vorspeise Pakoras (DM 5,00), und um möglichst eine breite Palette an Speisen testen zu können, eine vegetarische sowie eine gemischte Platte (also mit Fleischgerichten) für jeweils zwei Personen.
Die Pakoras sind rasch fertig. Leider lasch gewürzt und ziemlich fettig besteht der Verdacht, daß sie in nicht genügend heißem Fett frittiert wurden.

Noch bevor wir die Pakoras beenden können, sind bereits die beiden Platten fertig. Auf unserem Tisch drängen sich nun Chole (Kichererbsengemüse), ein gemischtes Gemüsecurry, Malai Kofta (Lotuswurzel-Bällchen), ein Mutton- (Lamm) sowie ein Chicken-Curry (Hähnchen-Curry), daneben Bhatura (indisches Fladenbrot), Raita (Joghurt-Gurkensalat), Salat und Basmati-Reis.

Der Salat ist der übliche Mix aus Weiß- und Rotkohl, Tomate, Gurke und Zwiebel und leider mit einem sehr schlechten Dressing versehen. Das Raita beinhaltet neben dem Joghurt auch aus Kichererbsenmehl gemachte Backerbsen und ist für unseren Gaumen nicht sehr schmackhaft. Wir rätselt jedoch darüber, ob es sich hierbei um eine uns unbekannte süd-indische Zubereitungsvariante handeln könnte, weshalb wir hier mit einer Bewertung vorsichtig sein möchten.

Überzeugen tun dagegen die Bathura-Brote, in denen sich ­ ebenfalls im Unterschied zu der nordindischen Variante ­ wohl auch Joghurt befindet. Und der Reis, bei dem man aber auch nicht viel falsch machen kann, ist körnig und lecker. Schwerer fällt uns hingegen die Bewertung aller anderen Gerichte, denn im Gegensatz zu den regelmäßigen Gastro-Kritikern unter uns scheint es einem unserer Kollegen aus dem Politik-Ressort uneingeschränkt zu schmecken. Dennoch bin ich froh, daß diese Bewertung von mehreren Zungen unterstützt wird.

Bild: Das Newsletter-Team (Michael und Corinna) im Einsatz

Im Chole befindet sich selbst für meinen Geschmack eindeutig zu viel Cumin (Kreuzkümmel), der obendrein nicht richtig angebraten wurde. Ein identisches Kochproblem findet sich beim Lammcurry. Hier ist es das Garam Masala, das geschmacklich eindeutig zu identifizieren ist und einem angesichts des nicht ausreichenden Anbratens ein Gefühl von "Sand zwischen den Zähnen" vermittelt. Dies ist nicht nur unangenehm, sondern darf wirklich nicht sein! Das Töpfchen, in dem die Speise serviert wird, bleibt daher auch voll.

Auch das Hähnchen-Curry kann uns nicht wirklich überzeugen: Bei der Verwendung von Gewürzen hat man sich hier eher zurückgehalten, uns ist es zu lasch und die Zwiebeln sind viel zu grob geschnitten. Ebenso wenig aufregend ist das Gemüse-Curry. Lediglich die Malai-Kofta überraschen positiv. Bei der Soße helfen wir zwar mit der auf dem Tisch befindlichen scharfen Würze etwas nach, die Koftas sind jedoch gut gewürzt und frisch zubereitet.

Preis-Leistungsverhältnis
Die Preise im Rani sind unbestritten günstig und bewegen sich bei den Vorspeisen zwischen DM 2,00 und DM 9,50 sowie bei den Einzelgerichten zwischen DM 6,00 und DM 10,00. Die vegetarische Platte kostet für eine Person DM 10,00 (DM 18,00 für 2 Personen) und die gemischte Platte DM 14,00 bzw. DM 26,00.
Dennoch können wir heute an dieser Stelle nicht mehr als 3 Punkte vergeben, da wir immer das Preis-Leistungsverhältnis - also die Qualität des Essens, des Service und der Atmosphäre im Verhältnis zum Preis - bewerten und dabei bei den Preisen immer auch den regionalen Durchschnitt in unsere Bewertung einfließen lassen, der nicht nur Deutschland weit stark differiert.

Infos: "Rani", Goltzstraße 32, Berlin-Schöneberg, Tel. 030 / 215 26 73; Öffnungszeiten bitte telefonisch erfragen.

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