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Ausgabedatum: 30.07.2003 |
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Indien kompakt |
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Indien kompakt - April bis Juni 2003 Wasser-Krise und bedrohte Nahrungssicherheit Die Wasserkrise in den Städten verschärft sich dramatisch. 12 große Städte erhalten nur ca. 70 % ihres täglichen Bedarfs. Große Flotten von Wassertankern garantieren landesweit eine kostspielige Notversorgung. In den nächsten 18 Jahren wird sich die städtische Bevölkerung von bislang 107 Mio. auf 202 Mio. in 2021 erhöhen.Die zur Verfügung stehende Wassermenge stagniert dagegen. "Das Resultat: Über 200 Mio. Menschen sind anfällig für Wasser-Kriege." Im wohlhabenden Süden von Delhi reichen die Bohrlöcher bereits bis zu 200 Meter tief. In Neubauvierteln der Mittelschichten gibt es Wasser für ganze 15 Minuten am Tag. Die Hauptstadt, am verseuchten Yamuna-Fluß gelegen, bezieht ihr Wasser aus 100 Kilometern Entfernung. Nach einer Studie der Weltbank gehen 30 % im Röhrennetzwerk wegen Undichten verloren. Gute Schlosser sind eine Rarität. 6 Ministerien befassen sich im Kompetenzwirrwarr mit Wasser. Wasser kostet praktisch nichts, deshalb gehen die Konsumenten unachtsam damit um. Andererseits ist abgepacktes Trinkwasser eine Wachstumsbranche mit Milliarden-Umsätzen. Traditionelle Systeme des Wassermanagements werden vernachlässigt. Fehlende Wasserreservoirs und ein ungenutztes Bewässerungspotenzial tragen dazu bei, dass 87 % des vorhandenen Wassers in den Indischen Ozean abfließen. Mit geschätzten 1.65 Mrd. Menschen wird Indien 2050 das bevölkerungsreichste Land der Welt sein. Es ist kaum vorstellbar, wie der wachsende Wasserbedarf, der in den nächsten 20 Jahren schon um 50 % ansteigen wird, dann gedeckt werden soll. Schon heute haben ca. 370 Mio. InderInnen keinen Zugang zu sicherem Wasser. George Fernandes in China: Wandel vom Saulus zum Paulus? Fernandes besuchte in der zweiten Aprilhälfte für eine Woche die Volksrepublik. Er milderte sichtbar seine früher kritischen Äußerungen gegenüber dem geopolitischen Rivalen. Die fortwährende chinesische Militärhilfe speziell bei Raketen- und Nuklearprogrammen für Pakistan sowie die wachsende Präsenz China's im Golf von Bengalen mit U-Booten und elektronischen Überwachungssystemen vor der Küste Burma's beunruhigen die Regierung in Delhi. Verhandlungslösungen für die endgültige Festlegung der 4067 Kilometer langen aktuellen Grenze bedürfen längerer Zeiträume. Gemeinsame Interessen an einem multipolaren Internationalen System könnten die bestehenden Differenzen jedoch ein wenig verringern. In seinem Treffen mit Jiang Zemin, dem Vorsitzenden der mächtigen Militär-Kommission, wurde eine grössere Interaktion zwischen den Offizieren beider Länder und eine Zusammenarbeit auf hoher See vereinbart, um Waffenschmuggel und Piraterie wirksamer zu bekämpfen. George Fernandes zeigte sich mir gegenüber im Verteidigungsministerium sehr optimistisch. "Die in langen historischen Zeitläufen immer guten Beziehungen zwischen Indien und China werden sich in Zukunft verbessern." Auch bei der Grenzregelung gebe es Fortschritte. Angesprochen auf die erneuten pakistanischen Offerten für eine "atomwaffenfreie Zone in Südasien" unterstrich er nachdrücklich, dass die indische Nuklearpolitik "nicht spezifisch auf Pakistan ausgerichtet sei." Er verwies auf die nuklearen Kapazitäten auf dem amerikanischen Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean und auf das speziell auch in Tibet stationierte Arsenal China's. Es herrscht aber auch Skeptizismus im Kabinett. Im Parlament unterstellte Kommunikations-Minister Arun Shourie Spionageversuche einer chinesischen Armeeorganisation. Die Regierung gab seit einem Jahr kein grünes Licht für chinesische Investitionen in sensitiven Bereichen. Früher gemachte Zusagen werden überprüft. Congress(I): USA wollen Südasien entnuklearisieren Weltmeister bei Verkehrsunfällen
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