|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Ausgabedatum: 24.01.2002 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Newsletter Special: Krise in Südasien Aktuell |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Lage in Südasien bleibt gespannt Südasien erlebt wohl derzeit eine seiner schwierigsten Periode in der Geschichte des Subkontinents. Was im letzten "Indien-Newsletter" noch nicht vorherzusehen war, ist nun eingetroffen. Indien hat auf die Attentate vom 13. Dezember auf das Parlament mit dem größten Aufmarsch von Truppen an der gemeinsamen Grenze zu Pakistan seit 20 Jahren geantwortet. Zwischen beiden Staaten kann man nur noch an einem Punkt zu Fuß die Grenze passieren. Flug-, Bahn- und Busverkehr sind eingestellt worden. Seit diese Entscheidungen vor einem Monat gefällt wurden, haben die Verlautbarungen der indischen Politiker in der Presse an Schärfe nicht abgenommen. Da lesen wir, dass die Raketen bereit stehen und dass alle Optionen (auch die nukleare) offen sind. Auch Armeegeneräle melden sich zu Wort und lassen wissen, daß man bereit wäre... Bild: Der Handschlag zwischen Musharaff und Vajpayee (BBC Online)
Pakistan verurteilte inzwischen ebenfalls das Töten unschuldiger Menschen als Akt des Terrorismus und distanzierte sich vom Geschehen am 13. Dezember. Die Regierung verbot mehrere islamistische Organisationen. Religionsschulen müssen sich aufgrund neuer Bestimmungen registrieren lassen. Indien beharrt hingegen darauf, dass die bisher von Pakistan eingeleiteten Maßnahmen zur Terrorismus-Bekämpfung nicht ausreichen. Stattdessen scheint Neu-Delhi eine "endgültige Lösung der islamischen Extremismus-Frage" anzustreben. Indien, so heißt es, werde seine Truppen solange nicht zurückziehen, bis der grenzüberschreitende Terrorismus beendet ist und 20 namentlich genannte Terroristen an Indien ausgeliefert werden. Inzwischen scheinen momentan alle Fäden bei den USA zusammenzulaufen. Die USA, die durch ihr Engagement in Afghanistan die neue Eiszeit zwischen Indien und Pakistan verursacht haben, sind nun dessen Schlichter. Es scheint, dass die Rechnung diesmal aufgeht. Der Einfluß, den die USA ausüben, wird wohl den Krieg verhindern helfen. Auch wird sich das Engagement der Armee an der Grenze zu Pakistan für die regierende BJP auszahlen. Sie wird wohl bei den Wahlen zu den Staatenparlamenten nun weniger verlieren als erwartet. Jedoch ist der Preis des ganzen hoch. Der Terrorismus wird durch solche Aktionen nicht beseitigt werden. Nur eine bisher noch nicht absehbare Entwicklung kann Kettenreaktionen nach sich ziehen. Und dann hätten auch die USA versagt. In jedem Fall ist mit einer Verbesserung der Beziehungen zwischen Pakistan und Indien auf Jahre hinaus nicht zu rechnen. Und sollte es diesmal nicht zu einem Krieg kommen, so wird dies zu einem späteren Zeitpunkt der Fall sein.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Fragen oder Kommentare zu dieser Web-Seite an: webmaster@indien-newsletter.de
|
||