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| Ausgabedatum: 10.05.2004 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Ulla Lenze - Schwester und Bruder Von Corinna Riewe |
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| Ganz ehrlich - Der mit
verschiedenen Literatur-Preisen ausgezeichnete Debütroman "Schwester und
Bruder" von Ulla Lenze hat mich zunächst vor einige Rätsel gestellt: Hat dieser Roman nun was mit Indien zu tun? Und ist er nicht an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas "überzogen"? Klar Lukas, der Bruder, kommt aus Indien zurück, und die Familie, insbesondere die Schwester, Martha, ist überfordert. Denn Lukas hat vieles Überwältigendes erlebt und scheint durch seine Begegnung mit einem Wandermönch verwandelt. Das bemerkt natürlich auch Martha, die ihren Bruder zunächst aufnimmt und die seine Geschichte hört. Wer nun glaubt, eine wilde, bunte Geschichte zu hören, wird vielleicht enttäuscht Ulla Lenze lässt den Bruder vielmehr über Tage eine ruhige, intensive Erfahrung schildern, die ihn nicht nur verändert, sondern soweit beeindruckt hat, dass er sich letztlich nicht mehr zuhause zurecht findet. Er erblindet und da physisch nichts zu finden ist, liegt es auf der Hand: Lukas muss zurück nach Indien. Die skeptische Martha, der eigentlich schon die Erzählungen des Bruders zu viel sind, lässt sich schließlich überreden, ihren Bruder nach Indien zu begleiten. Sie wird dort ebenfalls mit ganz neuen Eindrücken konfrontiert, die wesentlich dazu beitragen, nicht nur den Bruder zu verstehen, sondern ihnen beiden ein neues Verhältnis zueinander zu ermöglichen. Was hat nun also der Roman mit Indien zu tun? Und ist er an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas überzogen? Ganz ehrlich mir fällt der Zugang zu der Thematik nicht ganz leicht, denn selbst wenn Indien natürlich jeden Besucher mit vielfältigen Eindrücken berührt und sicherlich auch den einen oder anderen mit weiteren Erfahrungen konfrontiert, so fällt es mir eben schwer nachzuvollziehen, dass die Begegnung mit einem Wandermönchen eine solche Wandlung des individuellen Seins herbeiführen kann. Trotzdem das Buch berührt. Nicht zuletzt auch wegen der feinfühligen, ruhigen und dennoch fesselnden Sprache, die dem ganzen Buch eigen ist. Info |
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