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Ausgabedatum: 10.05.2004
Bengalische Tiger werden gezählt

Naturschutzexperten aus Indien und Bangladesh haben ein weltweit einmaliges Projekt zur Bestimmung der Tiger-Population in den Sundarban-Wäldern gestartet. Der Royal Bengal Tiger ist eine vom Aussterben bedrohte Tierart. Nach Schätzungen von Zoologen hat sich die Anzahl der bengalischen Tiger seit Anfang des letzten Jahrhunderts von 100.000 auf knapp 600 verringert.

Die Sundarban-Wälder liegen an der gemeinsamen Grenze von Indien und Bangladesh. Wildschützer beider Länder orientieren sich bei der Zählung an den Tatzenabdrücken im Waldschlamm. Das von den Vereinten Nationen finanziell geförderte Projekt umfasst neben der Bestimmung der Populationsgröße auch Studien über das Fortpflanzungs- und Ernährungsverhalten der Raubkatzen.

 

Indien rüstet auf

Die Verteidigungsminister Indiens und Russlands haben in New Delhi ein Rüstungsabkommen unterzeichnet. Für 1,6 Mrd. US$ kauft Indien den Flugzeugträger Admiral Gorshkow sowie 12 Kampfflugzeuge des Typs MiG-29. Kritiker des Rüstungsgeschäfts verweisen auf das hohe Alter des Flugzeugträgers, der bereits seit 29 Jahren in Betrieb ist. Russland hat jedoch versprochen, die Admiral Gorshkov komplett zu überholen.

 

Hochzeits-Gigantomanie

Sie wurde als indische Hochzeit des Jahrhunderts angekündigt und erfüllte alle Erwartungen. Subrata Roy, Chef der Inlandsfluggesellschaft Sahara, veranstaltete für seinen Sohn in der nordindischen Stadt Lucknow eine Hochzeitsfeier der extravaganten Art.

Für die Unterhaltung sorgten u.a. ein 100-Mann starkes Orchester, das extra aus England eingeflogen wurde, 50 Akrobaten aus Osteuropa, Bollywood-Tänzer sowie ein Feuerwerk, dass den Himmel der Stadt minutenlang erhellte. Riesige Büffet-Bereiche boten neben indischen Delikatessen auch Köstlichkeiten aus China, Mexiko, Libanon und Italien.

Die ca. 10.000 Gäste wurden mit speziell bereitgestellten Sahara-Flugzeugen direkt nach Lucknow gebracht, darunter die Cricket Stars Sachin Tendulkar und Saurav Ganguly, die Bollywood-Größen Amitabh Bachchan und Aishwarya Rai sowie die Wirtschaftsbosse Anil Ambani und Adi Godrej.

Genaue Angaben, wieviel die Hochzeit gekostet hat, sind nicht erhältlich. Schätzungen gehen jedoch von mehreren Millionen US$ aus. Allein die Rechnung für die Kerzen belief sich auf 250.000 US$! Der Hindu-Tradition folgend finanzierte der Sahara-Chef zudem eine Armenspeisung für 140.000 Menschen landesweit.

 

Indische Dollarmilliardäre in der Top-100 Liste der Superreichen

Vier Inder befinden sich unter den 100 reichsten Menschen der Welt, die jedes Jahr von dem US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" ermittelt werden. Der reichste Mann Indiens ist Azim Premji, Vorstandsvorsitzender des Software-Unternehmens Wipro. Mit einem Vermögen von 6,7 Mrd. US$ belegt er Platz 58 der Top-100 Liste. Dicht auf den Fersen folgt ihm Stahl-Baron Lakshmi Mittal, der 6,2 Mrd. US$ besitzt, was Platz 62 bedeutet.

Den größten Sprung nach vorne machten die Brüder Ambani, die Chefs von Reliance Industries (Petrochemie, Textilien und Telekommunikation), die ihr Gesamtvermögen auf 6 Mrd. US$ verdoppelten und sich von Platz 123 auf Platz 65 vorarbeiteten. Weitere Inder auf der "Forbes"-Liste: Sunil Mittal, Vorsitzender des Mobilfunk-Providers Bharti Group (Platz 186/2,7 Mrd. US$), Kumar Mangangalam von der Aditya Birla Group, mit 36 Jahren Indiens jüngster Millionär (Platz 147) und Adi Godrej, Chef des gleichnamigen Familien-Konglomerats (Platz 277/2,2 Mrd. US$).

 

Im Rückwärtsgang für den Frieden

Ein indischer Taxi-Fahrer plant, im Rückwärtsgang nach Pakistan zu fahren, um ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben zwischen den beiden Erzrivalen zu setzen. Harpreet Devi, der aus dem indischen Bundesstaat Punjab stammt, fährt bereits seit zwei Jahren im Rückwärtsgang. Nachdem er eine Gruppe von Studenten abgesetzt hatte, streikte sein Getriebe und er war gezwungen, die Fahrt nach Hause im Rückwärtsgang fortzusetzen. "Das war der Moment, an dem ich dachte, wieso sich nicht auf das Rückwärtsfahren spezialisieren?", erklärte Harpreet Devi gegenüber der BBC.

Seither hat er eine richtiggehende Rückwärts-Philosophie entwickelt, mit dem Kernsatz "Du kannst eine Situation ändern, indem Du in den Rückwärtsgang schaltest". Mittlerweile besitzt er eine spezielle Genehmigung für diese Art des Fahrens. Er behauptet, er sei in der Lage, Geschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometer/Stunde zu erzielen und sei bisher unfallfrei geblieben.

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