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Ausgabedatum: 07.04.2003 |
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Top-Story |
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Indien und der Weltraum Der tragische Tod der indisch-amerikanischen Astronautin Kalpana Chawla (geb. 1961) beim Absturz des Space Shuttles Columbia ist in Indien mit Trauer und Bestürzung aufgenommen worden. Nach dem Kosmonauten Rakesh Sharma, der 1984 an Bord eines sowjetischen Raumschiffes 8 Tage im Erdorbit verbrachte, war Kalpana Chawla der zweite Mensch vom Subkontinent, der ins All vorstieß.
Die bemannte bzw. befraute Raumfahrt ist indessen ein Bereich, in welchem Indien angesichts beschränkter Ressourcen realistischerweise keine größeren Ambitionen entwickelt hat. Nichtsdestoweniger gehört Indien zu dem erlauchten Kreis von weniger als 10 Nationen, die über die Fähigkeit verfügen, Satelliten ins All zu schießen. Diese Leistung nötigt umso mehr Bewunderung ab, bedenkt man den Widerstand der von der USA angeführten westlichen Welt gegen den Anschluss von Schwellenländern wie Indien an militärisch-sensible Hochtechnologien wie Trägersysteme, der sich z.B. auch in den Embargovorschriften des deutschen Außenhandelsregimes wiederfindet. Die primären Anwendungsfelder der Trägersysteme zur Entsendung von unbemannten Himmelskörpern in die Umlaufbahn bestehen in der militärischen Aufklärung (wer wollte Indien in diesen Belangen einen Bedarf absprechen), Kommunikation (Fernsehen und Telefonverbindungen), Katastrophenschutz und Klimaforschung sowie Prospektion von Boden- und Meeresschätzen. Nicht zuletzt steht Indien wegen der unbestreitbaren Bedeutung von orbitalen Kommunikations- und Fernerkundungssystemen auch an der Schwelle einer unter Umständen recht einträglichen kommerziellen Nutzung seiner erlangten technologischen Kapazitäten. Mit der Entwicklung der sogenannten "Geosynchroneous Satellite Launch Vehicle (GSVL) ist Indien offenbar in die Oberklasse der Trägersysteme vorgestossen. Um geostationäre Positionen zu erreichen, müssen Satelliten in einen weitaus höheren Orbit verbracht werden als erdumlaufende Satelliten. Diese Anforderung und die Fähigkeit, eine angestrebte Nutzlast von über 2 t zu befördern, denn erst ab dieser Schwelle beginnen kommerzielle und militärische Satelliten interessant zu werden, scheint das GSLV-System einzulösen. Laut indischer Quellen wurde das GSLV-System am 18. April 2001 erfolgreich getestet, wenngleich der transportierte Satellit nicht die angestrebte Umlaufbahn in 36.000 km Entfernung erreichte. Folglich wurden die jüngeren Abschüsse mit wertvollen Satelliten nach wie vor in Zusammenarbeit mit der ESA bzw. deren Arbeitspferd Ariane 4 bewältigt. Nichtsdestoweniger tritt Indien selbstbewusst im Kreis der "space-faring nations" auf und verbreitet hochfliegende Pläne von wissenschaftlichen Missionen zum Mond und zum Mars und arbeitet nach eigenen Angaben auch an der Entwicklung eines 25 t schweren wiederverwendbaren Raumgleiters, der auch als ziviles Transportmedium dienen soll.
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