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Ausgabedatum: 10.05.2004

Politik & Sport

Sieg und Niederlage

Von Jürgen Neitzel

Mit zwei Gesichtern präsentierten sich Indiens Fussballer in den ersten beiden Qualifikationsspielen zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Nach einem 1:0 Heimsieg über Singapur geriet das Team um den englischen Trainer Stephen Constantine mit 1:5 gegen Oman böse unter die Räder.

Zum Auftakt traf die indische Nationalmannschaft in Margao, Goa auf das Team Singapurs, das leicht favorisiert war. Indien belegt Position 138 der Liste des Weltfussballverbandes FIFA, während Singapur mehr als 30 Plätze höher eingestuft ist.

Doch Indien dominierte von Anfang an die Partie und erspielte sich bereits in der ersten Halbzeit eine Reihe von Torchancen. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit konnte Indiens Stürmer Ashim Biswas nur durch ein Foul im Strafraum Singapurs gestoppt werden. Den anschliessenden Elfmeter verwandelte Indiens Mittelfeld-Spieler Renedy Singh sicher.


Jubel-Knäuel - Indiens Fussballer nach dem 1:0 Siegtreffer gegen Singapur

Einer starken Abwehrleistung war es danach zu verdanken, dass Indien den 1:0 Heimsieg ungefährdet nach Hause schaukelte. Sichtlich zufrieden äußerte sich Indiens Nationaltrainer Stephen Constantine über die Leistung seines Teams: "Die Jungs haben heute wirklich gut gespielt. Sie haben ihre Aufgaben hundertprozentig erfüllt und sich taktisch hervorragend verhalten".

Nach dem erfolgreichen Start in der Asien-Qualifikationsgruppe 3 ging man optimistisch in das zweite Spiel gegen Oman, das sein Auftaktspiel gegen Japan verloren hatte. Doch die Hoffnungen der fast 60.000 Zuschauer im Nehru Stadium in Kochin wurden bitter enttäuscht. Sang und klanglos verlor Indien mit 1:5 und zeigte besonders in der zweiten Halbzeit eine katastrophale Vorstellung.

Nach der frühen Führung Omans in der 11. Minute konnte Mittelfeld-Spieler Renedy Singh zwar nur zwei Minuten später per Foulelfmeter ausgleichen, doch der Gast ging noch vor der Halbzeit mit 2:1 in Führung. Wer nach dem Pausentee einen Sturmlauf der indischen Kicker erwartet hatte, irrte. Bereits in der 48. Minute legte Oman das 3:1 nach, dem später noch das 4:1 und fast mit dem Schlusspfiff das 5:1 folgte.

Indiens Nationalcoach Stephen Constantine sparte nicht mit harter Kritik: "Es war so, als ob wir das erste Mal miteinander gespielt hätten. Verlieren ist eine Sache, aber nicht auf diese Art und Weise. Das sah ja fast nach einer Kapitulation aus". Für den Briten, der vor fast zwei Jahren Indiens Nationalmannschaft übernahm, war das 1:5 das schlechteste Spiel in seiner Amtszeit.

Als erste Konsequenz forderte er den indischen Fussballverband auf, die Nationalspieler öfters für gemeinsame Trainingseinheiten freizustellen und mehr internationale Freundschaftsspiele zu organisieren.

Im dritten Spiel muss Indien Anfang Juni beim haushohen Gruppenfavoriten Japan antreten. Constantine appellierte an die Ehre seiner Spieler: "Ich erwarte nicht, dass wir dort gewinnen, aber ich verlange von meinen Spielern Wiedergutmachung".

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